Indien ade – ein kurzes Resümee zum spirituellen Zentrum der Welt

Es ist der vierte August und es sind tatsächlich vier Monate vergangen, seit ich Anfang April wieder losgezogen bin. Grund genug für mich um heute an meinem letzten Tag in Indien (für diese Reise) ein Resümee zu ziehen. Nicht nur zu Indien sondern auch der oft beworbenen spirituellen Seite Indiens.

Die Inder und ihr Drang zu hupen

Ich muss gestehen, dass mich dies wohl am meisten von allen merkwürdigen Angewohnheiten nervt. Meine Wahrnehmungskanäle sind sehr auditiv ausgeprägt und diese permanente Krawallmache geht direkt unter meine Haut – im denkbar negativsten Sinn. Es wird einfach permanent und ohne offensichtlichen Grund gehupt. Oft hupen sie einfach auch beim gerade aus Fahren. Zusätzlich muss man auf den Straßen hier permanent Angst haben über den Haufen gefahren zu werden, ganz entspannt durch ein Städtchen zu schlendern ist in den meisten Fällen nicht möglich, weil die lieben Herrn Taxifahrer einfach skrupellos fahren. Dass einem Passanten über den Fuß gefahren wurde habe ich öfter als einmal gesehen…

Die spirituelle Seite Indiens – Rishikesh und Dharamkot

Sucht man Angebote um sich spirituell – speziell im Bereich von Yoga – zu entwickeln, wird man mit dem Angebot in Indien absolut überhäuft. Mit war das zuvor nicht bewusst, jedoch ist Yoga längst zu einem „Big-Business-Produkt“ geworden. Es zählt Quantität vor Qualität und das habe ich auch am eigenen Leib erfahren dürfen.

Rishikesh – die selbsternannte „Yoga Weltzentrale“ – ist alles andere als ein Ort an dem ich spirituelle Entwicklung suchen würde. Laut, überfüllt, überlaufen und mit gefühlten 10.000 Yogaschulen gespickt, erfüllt es nicht wirklich meine Vorstellung eines friedvollen Ortes, der mir Zeit gibt meinen Geist zu entwickeln. Ich bin mir sicher, dass Rishikesh genau dieser Ort einmal war. Die die Lage am Ganges und eingebettet in wunderschöne Grüne Natur, ist superb. Mein erster Eindruck war verehrend und eigentlich wollte ich gleich wieder weiter. Bereits am ersten Tag habe ich Ally aus den USA getroffen, die gerade ein Yoga Training in einer Schule begonnen hat und nachdem der Stundenplan gut wirkte, habe ich mich dazu entschlossen an diesem Training teilzunehmen.

Wenn ich nach Indien gehe, habe ich die Vorstellung, dass nur ein echter Guru bzw. ein echter Yogi, eine Schule aufmacht. Über diesen Punkt sind wir hier weit empor. Quasi jeder der einen langen Bart, lange dunkle Haare hat und ein weißes Gewand trägt, kann eine eigene Yoga Schule aufmachen. Das hat etwas an der Glaubwürdigkeit der ganzen Yoga Zertifikate gerüttelt und wie überall im Leben kommt es nicht auf das Zertifikat an, sondern auf den Menschen der es macht. Ein Zertifikat sagt gar nichts und selbst eine Abgeschlossene Yoga Teacher Ausbildung befähigt aus meiner Sicht nicht Yoga zu unterrichten.

 Für Westler, Big Business, wenig Echtes an der Oberfläche.

Das Yoga Business ist mittlerweile ein riesen Fake-Apparat, in dem oft im Internet Dinge vorgegaukelt werden, die in der Tat nicht so sind. So bewerben fast alle Yoga Schulen ihre Seiten mit Fotos, auf denen Yoga am Fluss Ganges gemacht wird. Jedoch haben nur eine Handvoll Schulen wirklich Zugang zum Ganges. Ich kann nur absolut davon abraten, ein Training, dass ein ganzer Monat dauert, ohne eine vertrauliche persönliche Empfehlung eines Freundes oder eines Bekannten zu haben, im Vorhinein über das Internet zu buchen.

Interessant ist auch zu sehen, dass die „spirituelle Suche“ zu 99,9 Prozent auf Westler beschränkt und zugeschnitten ist. Fast keine Inder nehmen an Yoga-Trainings oder auch Meditationen Teil. Es scheint sie schlicht nicht zu kümmern. Dieser ganze Apparat an „Finde dich selbst“ und „Yoga“ der in Indien aufgeblasen wurde, besteht also nur für uns Touristen. Mit diesem Wissen, kannst du anders an deine Suche nach der Richtigen Schule herangehen. Eine Schule mit einem echten Guru zu finden und nicht nur einem Menschen der sich so nennt ist sicherlich eine Herausforderung. Schulen in Rishikesh, von denen ich gutes gehört habe sind: Anand Prakash, Rishiku Jogshala und Shivananda Yoga.

Dharamkot – ein Ort weiter im Norden und am Fuße des Himalaya Gebirges – hat meinen Erwartungen, an einen Ort der spirituellen Entwicklung, wesentlich besser entsprochen als Rishikesh. Dharamkot, ist viel weiter weg von Delhi, schwerer zu erreichen und darum nicht so überlaufen wie es Rishikesh. Natürlich bietet es auch nicht 10.000 Yoga Schulen wie Rishikesh, jedoch gibt es auch hier genug Angebot an Kursen und Ausbildungen.

Ich habe an einer Yoga-Session der Trimurti Yoga Schule teilgenommen, in der Vero ihre „Abschlussarbeit“ zum 300h Yoga Training in Form einer Yogastunde, gehalten hat. Abgesehen davon, dass sie eine wunderbare Art hat Yoga zu unterrichten, habe ich von den restlichen Teilnehmer nur positives Feedback für diese Yogaschule gehört. http://trimurtiyoga.com Es gibt auch unzählige weitere Plätze, die Kunst besteht eben die für sich persönlich guten zu finden.

Whats more?

Nach drei Monate hier in einigen der ärmsten Teile der Welt, freue mich wirklich auf etwas europäischen Luxus in Finnland, meine neue zweite Heimat. Es war ein großer Traum von mir Indien und Nepal zu erleben und bin super happy, dass ich dies auch in die Wirklichkeit umsetzen konnte.

Welches Land ich bevorzugen würde? Ganz klar Nepal. Ich habe Nepal als viel sauberer und kultivierter erlebt. Auch wenn man Länder oft schwer miteinander vergleichen mag, so decken diese beiden Länder ähnliche Interessensgebieten von Reisenden ab. Es gibt in beiden Ländern viel Natur, Tierwelten und Spiritualität zu entdecken. Speziell die Freundlichkeit und Offenherzigkeit der Nepalesen hat mich schwer beeindruckt. In Indien hatte ich neben dem nicht wirklich respektvollen verhalten der Straßenteilnehmer oft das Gefühl, dass man mich über den Tisch ziehen will. Nepalesen waren zu jeder Zeit unglaublich hilfsbereit und das ohne Absicht 100 Rupien im Austausch zu fordern. Selbst im hochtouristischen Kathmandu hatte ich immer das Gefühl, dass einem jedes einzelne Helfen würde, wenn es notwendig ist. Die Menschen in Nepal erinnerten mich stark an die Burmesen, die auch von Grund auf herzlich und welcoming waren.

Sie haben beide wirklich wunderschöne Seiten zu bieten, speziell Nepal mit den Trekkingtouren war ein unglaublich geiles Erlebnis. Ganz nebenbei ist es auch sehr wahrscheinlich, dass mich beide Länder wiedersehen. Nepal zum Trekken und Indien um ein Yoga Training abzuschließen.

Autor: Michael

Ein unbelehrbarer Träumer und Idealist, der die Welt verändern und dabei auch noch Spaß haben will. Spät aber doch folgt er seinem Traum zu reisen. Als Trainer, Coach und Author teilt er seine Philosophie, wie Mensch sein innerstes Wesen erkennt und lebt. Sein Motto: Lebe DEINE beste Version.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.