4 Wochen in einem buddhistischen Kloster in Thailand – Wat Tam Wua

sawadee krap!

es ist schön wieder in der „normalen“ welt zu sein (was nicht heißen soll, dass ich die zeit offline bei den Mönchen nicht genossen hätte) nach vier Wochen bin ich nun echt froh mich wieder bei meiner Familie und Freunden melden zu können und zu wissen, dass es allen gut geht. Theoretisch hätte viele passieren können und ich hätte es nicht mitbekommen. Selbst von den Bombenattentaten im Süden von Thailand habe ich im Tempel nichts mitbekommen. Danke übrigens an diejenigen, die mir etwas besorgt eine Nachricht geschrieben haben und sich um mein Wohlergehen erkundigt haben. sorry, dass ich sie nicht beantworten konnte….
die alte Regel: „was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ trifft hier vollkommen zu. und so war ich ohne das wissen um die bomben absolut unbesorgt und wohl auf!

Warum dieser Tempelaufenthalt? 4 Wochen in einer sehr simplen Umgebung zu leben und dann auch noch offline zu sein, mich quasi von der welt zurückzuziehen? dieser Aufenthalt in einem Tempel war für mich immer ein ganz zentraler Eckpfeiler meiner Reise. Je länger die Reise dauert, umso klarer wird für mich, dass diese Reise für mich nicht einfach Reisen ist, sondern das Lernen, die Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis im Vordergrund steht. So richtig bewusst ist mir das erst geworden, als eine Yoga Lehrerin, nachdem ich Ihr meine bisherige Reise schilderte anmerkte: „das hört sich sehr nach einer Reis zu dir selbst an“. Und genau das ist es und wird es auch weiter sein. Ich habe innerlich auch schon damit abgeschlossen einige ursprünglich angepeilte Ziele zu „bereisen“, vielmehr werde ich alles was jetzt kommt danach aussuchen, welche spirituelle Kraft und Entwicklungsmöglichkeiten mir der jeweilige Platz schenken wird können!

Für mich hatten (und haben sie noch immer) Mönche immer eine magische Anziehungskraft, etwas mystisches an sich und obwohl es auch christliche Mönche, Orden und Kloster gibt habe ich das Wort Mönch seit jeher mit Asien, dem Buddhismus und den orangen Roben der Mönche hier verbunden. Wie die meisten wissen werden, habe ich zum Abschluss meiner Ausbildung zum Mentaltrainer eine Facharbeit zum Thema Achtsamkeit geschrieben, die mir die Möglichkeit gab, mich tiefer mit Themen wie Buddhismus und Meditation auseinanderzusetzen. Dies hat auch dazu geführt, dass ich seit gut eineinhalb Jahren beinahe täglich meditiert habe. Mein Interesse an den Prinzipien des Buddhismus hat es quasi unumgänglich gemacht, längere Zeit in einem Tempel zu verweilen um Mediation zu praktizieren aber auch um über den Buddhismus zu lernen und über das Leben der Mönche zu erfahren.

Unverhofft kommt oft und so wurde aus dem geplanten Aufenthalt von einem Monat im ersten Tempel nur eine Woche. Ich habe mich dort von Anfang an nicht wohl befühlt und obgleich ich nach dem ersten Tag wusste, dass ich hier nicht 4 Wochen bleiben würde, habe ich mir selbst eine Woche gegeben um den „Eintrittsschock“ zu verdauen. Wat Pa Nanachat in der Provinz Udon Ratchatani gehört zu den streng geführten „Forest Monatsries“ von Ajahn Chat. Ich wusste, dass das Leben als Mönch kein „Honiglecken“ ist aber was ich dort fand war eindeutig nicht das, wonach ich suchte. Absolut keine Unterstützung für Meditationstechniken, keine – durchaus üblichen – Dhamma Talks (Vorlesungen zur Lehre Buddhas), nur eine Mahlzeit am Tag (um ca. 09:00), zu viel Arbeit und der Eindruck, dass alle Mönche unter Depression leiden hat mich sehr schnell dazu bewegt einen anderen Platz aufzusuchen. Glücklicherweise hatte ich ein Ass im Ärmel.

Eine Besonderheit von Nahachat möchte ich jedoch erwähnt haben: ich hatte die Ehre, auf die traditionelle „Bettelrunde“ der Mönche mitzugehen. Dabei gehen die Mönche jeden Tag zur selben Zeit definierte Runden in den nahe gelegenen Ortschaften. Die Großzügigkeit der Menschen ist unglaublich! Tag für Tag, 7 Tage die Woche, warten Mensch am Strassenrand auf die Mönche um Essen zu spenden. Aus Respekt vor diesem Ritual habe ich davon keine Fotos gemacht!

Mein Ass:
Wat Tam Wua, im Norden von Thailand heißt dieser Tempel, der mir dann auch all alles bieten konnte, das ich suchte. Zwischen Pie und Mae Hong Son gelegen, eingebettet in wunderschöner Natur, spürt man an diesem Ort von Anfang an die Herzlichkeit, die ich mir in einem buddhistischen Tempel erwartet habe, die man sich an einem Ort wie diesen durchaus erwarten darf 😉

Ich stelle gerade fest, wie schwer es ist, das erlebte in Worte zu fassen. es war in summer ein wundervolles Monat in dem ich nicht nur sehr viel über Buddhismus und die Thai Kultur gelernt, sehr spezielle Meditationssessions gehabt habe, sondern auch für mich einige entscheidende Realisierungen erfahren durfte.

Der Tagesplan in Tam Wua ist etwas entspannter. Tagwache ist um 05:00, es gibt 2 Mahlzeiten und das alles entscheidende für mich war, dass es sehr gute Dhamma Talks und Unterstützung für Meditationstechniken gegeben hat. Speziell der ältere Meditationslehrer hat es geschafft seine Ideen immer Punktgenau anhand von Beispielen dargestellt zu vermitteln. Dazu kann ich nur mein herzliches Danke aussprechen!

Der übliche Tagesablauf in Wat Tam Wua:
05:00 – 06:00 Meditations in den eigenen Räumlichkeiten
06:30 Essen an Mönche spenden mit anschließendem Frühstück für alle
08:00 – 10:00   Buddhistische Lehre / Geh- und Sitzmeditation
10:30 Hauptessenszeit mit Zeremonie und Segnung der Speisen durch die Mönche
danach „Mittagspause“ Zeit zu verdauen und zu meditieren oder einfach ruhen
13:00 – 15:00   Buddhistische Lehre / Geh- und Sitzmeditation
16:00 – 17:00 Mindful Working: Arbeitsperiode wobei dabei der achtsame Prozess der Tätigkeit im Vordergrund steht und nicht das Arbeiten an sich
18:00 – 19:00 Abend „Chanting“ = Gemeinschaftliches Singen von Gebetsartigen Texten, die jedoch nicht als Gebet sondern als „Respekt zollen“ an den Buddha gesehen werden sollten.
19:00 – 20:00  Abendmeditation gemeinsam
danach Freizeit und Zeit für weitere Meditationen

üblicherweise waren die späten Meditationssessions vor dem zu Bett gehen – zwischen halb neun und halb zehn – am besten. Der Fokus war klar, die Gedanken unter Kontrolle und ich hatte sehr sehr geile Erlebnisse in dieser Zeit, Zustände die jeder Beschreibung in Worten trotzdem…

Nach drei Tagen außerhalb der Tempelanlagen kann ich schon sagen, dass diese vier Wochen einen sicherlich bleibenden Effekt auf mich haben werden. Ich habe viel lernen und erfahren dürfen, vielleicht sogar mehr als ich mir insgeheim erhofft habe. Ich werde kein Buddhist oder gar Mönch werden, vielmehr habe ich – so paradox es klingen mag – in diesen Tempelanlagen meinen Glauben zu Gott wieder gefunden oder der Glaube hat endlich Ausdruck bekommen. Manche Aspekte der Persönlichkeit brauchen offensichtlich einfach Zeit zur Reife, so war es auch beim Thema Fleisch essen und so ist es nun auch mit dem Thema Glauben. Ich will hiermit niemanden dazu bekehren an irgendwas zu glauben und auch mein neu erfahrener Glaube ist weniger ein Glaube der auf reinem Christentum beruht, vielmehr ist es ein Glaube an eine höhere Macht, an eine übergeordnete Instanz die es gut mit uns meint und uns in jeder situation unterstützen wird, wenn wir darum bitten.

nachdem ich nun mein Glaubensbekenntnis abgelegt habe, beschreibe ich in den nächsten 7 Punkten Themen die ich als wichtig erachte und die für alle interessant sein könnten. ich könnte einen ganzen roman darüber schreiben was ich gelernt und erfahren habe, das wiederum würde den hier gesetzten Rahmen sprengen.

1.) die suche nach dem „Mehr“ eint alle Nationen
was für mich auf der ganzen reise schon präsent war, wurde jetzt in der speziellen Tempelumgebung noch deutlicher. Egal woher die Menschen kommen, die Suche nach dem „Sinn“ des Lebens und der Wunsch sich tiefer mit der Welt, der Natur und auch seinem inneren Kern zu verbinden kennt keine Grenzen. Ich habe im Tempel Menschen aus Brasilien, Argentinien, Chile, Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich, USA, England, Spanien, Israel, Österreich, Schweiz, Japan, China getroffen. Die meisten von Ihnen hatten einen sehr spannenden Lebensweg zu berichten und das schöne an Orten wie diesen ist die Offenheit und Ehrlichkeit mit der die Menschen von Ihren Erlebnissen und Erfahrungen berichten – ein ganz spezielle Energie!

2.) Etwas Hintergrund zur Lehre Buddhas: Buddhismus zeigt einen Weg zum Glück
Der Buddhismus sieht sich selbst nicht als klassische Religion, da Buddha per Definition kein Gott ist der angebetet wird, sonder Ihm lediglich Respekt gezollt wird. Es gibt eine große Kluft zwischen den praktizierenden Mönchen und dem Buddhismus wie es die Thai Bevölkerung lebt. Buddha wird von der Bevölkerung als „Gottheit“ verehrt, es werden Opfer und Spenden gebracht und er wird angebetet. All das konnte ich erleben und hat mich tief im Inneren berührt. Der Glaube an etwas Größeres scheint den Menschen gut zu tun und Ihnen ein tiefes Vertrauen und Zufriedenheit zu geben.

Der größte Unterschied zwischen dem Buddhismus, dem Christentum und auch andere Religionen scheint zu sein dass andere Religionen die Welt, deren Entstehung und Funktionieren erklären, wohingegen der Buddhismus einen Weg aufzeigt um uns von allem Leid zu befreien und die vollkommene Wahrheit zu erfahren. Das ist das Kernthema auf das sich die Lehre des Buddha fokussiert: ein Ende des Leidens um ein glückliches und freies Leben zu führen.

3.) desire and attachment (Verlangen und Anhaften) als Basis allen Leidens
Nachdem mich die Suche nach dem Lebensglück schon eine zeitlang begleitet, schenke ich dem Ursprung unseres Leidens noch ein Wenig mehr Raum.

Desire: das Verlangen den Moment zu ändern. Man könnte es auch Verblendung nennen, den Moment nicht als das annehmen zu wollen, das er ist. Der Kaffee ist nicht gut genug, das Gras nicht grün genug, wären die Menschen nur netter zu mir….was auch immer bereits passiert ist, dies  ändern zu wollen führt immer zu Leiden in uns. Ein Leid, das wir vl nicht immer in Ihrem vollen Ausmaß wahrnehmen aber viel kleines Leid wird sich im Endeffekt auch aufsummieren und bemerkbar machen. so sicher wie die Sonne dem Regen folgt. desire kann sich auch darin äußern, dass man etwas ändern will – scheinbar zum Positiven – aber auch als Abneigung einem Umstand gegenüber: „ich will nicht kränklich sein“

attachment: das Anhaften an einen Moment, ein Gefühl, ein materiellen Gegenstand, einer Meinung oder einen Menschen ohne die Vergänglichkeit zu sehen. Nichts währt für die Ewigkeit und so ist alles weltliche vergänglich! Wollen wir auch nur irgendetwas für die Ewigkeit konservieren – unsterblich oder unendlich machen – führt das automatisch zu Leiden weil es die Unendlichkeit auf dieser Welt nicht gibt. Speziell der Tod war in den Dhamma Talks immer sehr präsent. Ja der Tod ist uns in dem Moment gewiss, in dem wir auf die Welt kommen. Ich habe die Angst vor dem Tod schon lange hinter mir gelassen, vielmehr nutze ich den Tod als Motivation wenn ich eine Entscheidung treffen muss. So habe ich mir auch vor dieser Reise die Frage gestellt, ob ich es am Sterbebett bereuen würde die Reise nicht getan zu haben und die Antwort war eindeutig!

Das alles hört sich sehr negativ an, ist es aber im Grund nicht, wenn man es als einen Weg hin zum Glück betrachtet. Wer sich die Zeit nimmt und gründlich über Verlangen und Festhalten an Vergänglichem nachdenkt wird feststellen, dass die 2600 Jahre alte buddhistische Idee vollkommen für unsere moderne Welt zutrifft, vielleicht mehr denn je.

Ich stelle immer wieder mit sehr viel Überraschen fest, wie Probleme der Menschheit schon sehr sehr lange bestehen, sich Ihr Ausmaß noch Vergrößert hat und wir es als Menschheit noch immer nicht schaffen umzudenken. Ganz im Gegenteil scheinen wir Meister darin zu sein mentale Schutzschilder aufzubauen um nicht zu sehen zu müssen. In gewisser Weise ist das es auch mentale Hygiene die Probleme nicht wahrnehmen zu wollen.

Wenn ich beispielsweise Bücher von Seneca lese und er Probleme beschreibt die heute zutreffender sind als je zuvor, könnte man schnell den Glauben an eine wirkliche Weiterentwicklung der Menschen, abseits der technischen Errungenschaften, verlieren. Seneca lebte um die Christuszeit vor 2016 Jahren.

4.) Der Unterschied zwischen körperlichem und geistigem Hunger
Puh – das Essensthema! Nachdem ich im ersten Tempel nur eine Mahlzeit am Tag bekam, waren es in Wat Tam Wua zumindest zwei. Die letzte Mahlzeit des Tages um ca.11:00 war trotzdem sehr früh. Das körperliche und mentale Hungern hat mir zumindest aufgezeigt, dass ich zu großen Teilen esse weil ich es gewohnt bin, weil mein Kopf das Verlangen hat und nicht weil mein Körper Energie braucht. Die Erfahrung war sehr hart für mich und hat mich zwischendurch an meine Grenzen des ertragbaren gebracht. in einen Körper geboren der leicht zum unterzuckernd neigt, geht man Phasen des Wachzustands durch, die man nur als Trace und kurz vor dem Kollaps beschreiben kann.
Was das ganze für mich noch verschärft hat war meine sportliche Aktivität. Ich habe jeden Tag zumindest für eine Stunde Trainiert oder Yoga gemacht. Wenn man sich körperlich nicht anstrebt ist der Energielevel wahrscheinlich leichter zu halten. 4 Wochen keinen Sport zu machen war für mich aber keine Option…..

Am Ende bleibt das Wissen über mein Essverhalten und meine Tendenz zu essen, auch wenn ich keinen Hunger habe. Der Abbot von Wat Pa Nahachat – wo es nur eine Mahlzeit am tag gegeben hat – beschrieb das Essen als das neben dem Sexualtrieb am schwersten zu kontrollierende Verlangen des Menschen. Wo permanent Versuchung herrscht wird der Mensch eines Tages schwach werden. Das deckt sich gut mit meinen Erfahrungen zum Thema gesundes Essen. Wenn man keine Süssigkeiten zu Hause hat, kann man sie nicht essen und alles das im Einkaufswagen landet wird schlussendlich auch in meinem Magen landen.

5.) alles, das ich in anderen sehe bin ich selbst
eine Erkenntnis die für mich nicht ganz neu ist und doch so klar noch nie in meinem leben war. ich ging in den vier Wochen durch mehrere Höhen und Tiefen. Meine Stadien bewegten sich zwischen „ich liebe diesen Ort“ bishin zu „ich muss jetzt abhauen“. im Nachhinein glaube ich zu wissen warum. durch die Abwesenheit von Ablenkungen war der Fokus ganz und vollkommen auf mich selbst gerichtet. alles das was geschah, war meine Entscheidung, ein wille und meine Verantwortung.
nicht nur einmal hat mich unglaublicher ärger heimgesucht der irgendwo ganz tief in mir versteckt zu sein scheint. ein Gefühl dass dann natürlich Ausdruck in der Welt sucht und den ich dann auf andere Personen projiziert habe. Ich habe beispielsweise die Situation vorgefunden, dass „Su“ – die Rezeptionistin und die Dame ist alles Überwacht und koordiniert hat – sich offensichtlich auf irgendeine weise in mich verguckt hat. Sie ist irgendwo jenseits der 50 und hat in mir entweder einen nie gehabten Sohn oder aber einen nicht erreichbaren Liebhaber gesehen – sei es drum. Sie war mega schwierig zu mir, hat mich permanent wegen jedem Handgriff korrigiert und mir an einem Punkt sogar damit gedroht dass ich den Tempel verlassen muss wenn ich nicht zum Evening Chanting kommen werde, das ganze in einem nicht sehr zuvorkommenden Thai Englisch. Ich fühlte mich dadurch sehr angegriffen und war einen ganzen Tag total von der Rolle, voller ärger ich würde sogar sagen, voller Hass für diese Frau, der ich offensichtlich nichts getan habe.
Die Erkenntnis, dass aller Ärger den ich sehe und auf sie projiziert habe in mir steckt, hat mir unglaublich geholfen diese Situation einfach anzunehmen wie sie ist. Ich schreibe das hier mit der tiefen Überzeugung diese Idee nie mehr zu vergessen. Bevor wir die Fehler bei anderen suchen, sollten wir vorher überlegen, warum wir aufgebracht sind, welche Knöpfe der andere in uns gedrückt hat und ob wir nicht einfach ein tief in uns vergrabenes Gefühl auf die andere Person projizieren. Für mich stellt diese Erkenntnis eine große Erleichterung dar mit vielen Situationen in Zukunft besser umgehen zu können und Menschen einfach so anzunehmen wie sie sind! Ein kluger Mann hat einmal gesagt: „Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt’s nicht“ daran werde ich mich ab sofort halten!

6.) Mentale Hygiene schafft Ruhe und Klarheit
Wie schon geschrieben war ich die komplette Zeit über offline, nicht telefonisch erreichbar und auch sprechen mit anderen Besuchern im Tempel habe ich über weite Strecken auf Notwendiges reduziert bzw. war ich 4 Tage auch komplett „silent“ habe also nur mit den Mönchen bezüglich Buddhismus und Meditation gesprochen. Schon nach etwas 3 Tagen hat sich eine angenehme Ruhe in meinem Kopf eingestellt, die Hektischen Gedanken versiegten nach und nach und das denken wurde klarer und kontrollierter. Das ansonsten bei mir präsente permanente Abschweifen der Gedanken in Tagträume nahm von Tag zu Tag ab. Diese Klarheit half mir auch einiges für mich zu Sortieren und konfrontierte mich auch mit der schon beschriebenen Wahrheit über die Wahrnehmung der anderen Menschen.

Ich bin ja schon seit Jahren sehr bewusst mit dem was ich meinem Geist zuführe. Beispielsweise lese ich fast keine Nachrichten, wenn dann nur sehr gezielt und schaue sehr wenig TV. Nach diesen vier Wochen kann ich sagen, dass wir diesen Punkt noch immer Unterschätzen. Alles das wir in uns aufsaugen muss auch verarbeitet werden, führt zu Emotionen und Prozessen im Gehirn und damit auch in unserem Körper. Ich werde ab jetzt noch bewusster damit umgehen, was ich mir wann anschaue, lese oder anhöre um mich geistig frei zu halten von Beeinflussung und Negativität von außen.

7.) simple life = happy life: was mir tatsächlich abgegangen ist
Vermisst habe ich nur zu wissen, dass es meinen Lieben zu Hause gut geht. Selbst wenn etwas passiert wäre, hätte ich es nicht mitbekommen bzw. hätte ich auch nichts ändern können – was das reine Wissen um etwas auch wiederum sinnlos macht. und: das Ergebnis des Motogp Rennens in Spielberg 😉

die frage was brauche ich für ein gutes leben in monetärer Hinsicht?
Ich habe zuvor nie ein Leben in der Einfachheit wie dieser gelebt und weiß diese mittlerweile zu schätzen. Wenn ich daran denken, dass zu Hause ein ganzer Raum mit meinem „Zeugs“ voll geräut ist muss ich schmunzeln….ich habe auf meiner reise sehr schnell gemerkt, dass ich von allem ausreichend mitgenommen habe und ich in meine 2 Rucksäcken (zusammen 70 Liter Fassungsvolumen) alles locker unterbringe, das ich an Materiellem für mein Leben brauche. Teilweise schleppe ich noch immer zu viel mit mir herum 😉
was braucht man wirklich? gerade jetzt würde ich das sehr kurz formulieren: ein Dach über den Kopf, das auch ein ausreichendes Maß an Privatsphäre gewährleistet. Dazu kommt natürlich Wasser, gutes Essen und Schutz vor dem Wetter (Hitze und Kälte), ein Garten in dem ich frische Lebensmittel anbauen kann. alles andere ist Kosmetik und zwar schön aber nicht notwendig!

Vielmehr sind es immer wieder die Zwischenmenschlichen Situationen die das Leben speziell machen. Die Familie, Freunde, gute Beziehungen und das Wissen, dass es den Menschen zu Hause gut geht ist das was absolut in meinen Fokus der Aufmerksamkeit gerückt ist. Jaja jeder weiß das, aber es gehört wohl in unserer Welt eine Portion Mut dazu es auch auszusprechen und danach zu Leben! Alles wirklich „WERT-VOLLE“ kostet kein Geld!!!!

sollte jemand von euch Interesse an Infos zu Meditation, Achtsamkeit oder auch den Retreats haben die ich gemacht habe, schreibt mir einfach. Bin sehr gerne bereit zu dem Thema weiterzuhelfen! Durch diesen Aufenthalt ist für mich auch ganz klar geworden, dass ich mein erlerntes und erfahrenes Wissen um Mentales Training, Achtsamkeit, Bewusstheit, Persönlichkeitsentwicklung und Meditation in Zukunft an andere Personen weitergeben will und werde. Der Gedanke macht mich stolz und zugleich würde ich am liebsten morgen mit Seminaren beginnen!!! 🙂

Jetzt wo ich diese Zeilen fertig geschrieben habe, liege ich Bett meines Kutis in Pie im Norden von Thailand und bin von Klang der vom Himmel fallenden Regentropfen begleitet. Ich liebe es wenn es regnet. Dieser Klang hat eine beruhigende und entspannende Wirkung auf mich 🙂

Autor: Michael

Ein unbelehrbarer Träumer und Idealist, der die Welt verändern und dabei auch noch Spaß haben will. Spät aber doch folgt er seinem Traum zu reisen. Als Trainer, Coach und Author teilt er seine Philosophie, wie Mensch sein innerstes Wesen erkennt und lebt. Sein Motto: Lebe DEINE beste Version.

2 Gedanken zu „4 Wochen in einem buddhistischen Kloster in Thailand – Wat Tam Wua“

  1. Hallo Michael
    Ich habe deinen Beitrag mit interesse gelesen. Ich bin 58 Jahre alt und lebe seit 20 Jahren in Thailand. Sehr gerne würde ich mal für 4 Wochen in einem Kloster leben. Ich habe keine Meditationskenntnisse. Kannst du mir das trotzdem empfehlen und was sin die Kosten für einen solchen Aufenthalt. Ich freue mich von dir zu höhren. Gruss Thomas

    1. Hi Thomas. Sofern du noch keine Erfahrung mit Meditation hast, würde ich dir einen Aufenthalt in einem Tempel nur bedingt empfehlen. Vielmehr würde ich dir empfehlen einen Meditationskurs zu besuchen – wie diese hier: ttps://www.dhamma.org
      Dort wird bewusst Schritt für Schritt die Technik und das Verständnis für Meditation aufgebaut. In den Klöstern – zumindest in denen ich war – gibt es teilweise Dhamma Talks – also man kann Fragen Stellen und bekommt auch Hilfestellung – diese sind jedoch keine Meditations-Beginner Kurse. Du würdest dich dort eventuell nicht optimal betreut fühlen. Da du in Thailand lebst, wird es dir ein leichtes sein einen Kurs von ttps://www.dhamma.org zu besuchen – diese sind übrigens auch kostenlos gegen eine freiwillige Spende.

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