Dharamkot – ein Hauch von Yoga und Spiritualität liegt in der Luft

Für knapp drei Wochen war Dharamkot, das nur ca. 2 km von McLeod Ganj der Residenz von Dalai Lama – entfernt liegt, mein Zuhause. Nach meinem Yoga Training in Rishikesh und der permanenten Hektik die auf den dortigen Straßen herrscht, konnte ich es wahrlich nicht erwarten weiter in den Norden zu fahren um etwas mehr Gelassenheit und Ruhe zu finde. Ich suchte nach einem etwas ruhigeren Ort, um zu schreiben und zu arbeiten. Diesen Ort habe ich dann auch mit dem Dorf Dharamkot, das am Fuße des Himalaya Gebirge liegt, gefunden.Nachdem ich ein paar Tage in der bekannten „Familiy Pizzeria“ ein Zimmer hatte, habe ich mir danach noch etwas weiter oben am Berg ein Zimmer in einem sehr kleinen Gästehaus genommen. Für 600 indische Rupien nicht wirklich billig, war das Zimmer überdurchschnittlich groß, hatte ein sauberes und mit elektronisch geheiztem Warmwasser ausgestattetes Badezimmer und eine sehr große überdachte Terrasse, auf der ich jeden Morgen Yoga gemacht habe.

Die Tage in Dharamkot zählen wohl zu den gesündesten, die ich jemals gelebt hatte. Meine Routine sah es vor (fast) jeden Tag um zehn im Bett zu sein, um in der Früh von 06:00 – 08:00 Yoga und Meditation zu praktizieren. Ich habe während meines Aufenthaltes in Dharamkot keinen Tropfen Alkohol konsumiert und Essen das man hier bekommt ist wirklich BIO. Was mich immer wieder aufs Neue fasziniert hat ist, dass jede Speise erst nach der Bestellung von Null gekocht wird. Vorkochen, vorbereiten oder überhaupt „Convinience Food“ scheint man dort nicht zu kennen, wie schön! Jep, es waren super gesunde Tage für meinen Körper und meinen Geist.

Nach rund 8 Wochen die ich insgesamt in Indien verbracht habe, war dieser Teil mein Favorit. Dharamkot ist ein vormals kleines Bergdorf, dass sich durch und mit dem steigenden Tourismus entwickelt hat. Ich wäre zu gerne vor zehn Jahren hier gewesen, als alles noch etwas kleiner und simpler war. Erzählungen der Einheimischen zu Folge, war Dharamkot früher ein mini Bergdorf, in das es nur wirkliche Hippies verschlagen hat. Diese Stimmung kann man an manchen Orten immer noch finden und ab und zu habe ich auch Leute getroffen die seit über zehn Jahren zurückkommen an diesen Ort. Dieser Ort ist gerade dabei sich explosiv zu entwickeln, nicht zuletzt, weil Dalai Lama seinen Exil Wohnsitz in McLeod Ganj hat, genießt dieser Ort nicht nur bei westlichen Touristen sondern auch bei Indern selbst einen guten Rufe. Vor allem in den Monaten Juni und Juli, wollen viele der brütenden Hitze, die in vielen Teilen Indiens herrscht, entkommen.

Ein Hauch von Hippie Dorf

Noch immer tummeln sich hier viele interessante Personen, die Indien schon seit Jahrzehnten bereisen. Dementsprechend spannende Geschichten haben diese Personen auch von ihren Erlebnissen zu berichten. Von Guru, bis Yogi, Musiker und Handwerkskünstler ist hier die volle Bandbreite vertreten. Aus dieser Vielfalt an Fähigkeiten, ergibt sich auch ein reiches Angebot an einfachen Sessions und auch längeren Kursen. Von Yoga Trainings, über einzelne Yoga Sessions, Lach-Yoga, Ecstatic Dance Sessions, diverse Healings, Tantra Kurse, Musikunterricht für alle möglichen bekannten und unbekannten Instrumente und Handwerkskurse für jede Art von Schmuck und Deko-Zeug wird hier einiges geboten. Daneben gibt es auch noch zwei Meditationszentren in fünf Minuten Gehentfernung. In einem davon war ich für einige Tage und habe die angeleiteten Meditationen zum Thema „Mitgefühl“ – ein Kernthema des tibetanischen Buddhismus – mitgemacht. Zu dieser Zeit war ein Meditationslehrer aus Holland namens Richard vor Ort und er hat meiner Meinung nach allen Teilnehmern einen super Einblick in sogenannte „Loving-Kindness-Meditation“ gegeben.

Der Monsun ist sehr früh in diesem Jahr

Bereits Mitte Juni hat der Monsunregen sich, etwas früher als gewohnt, angekündigt. Normalerweise sollte die Monsunzeit ja sanft starten aber dieses Jahr scheint es anders zu sein. Die Übergangszeiten scheinen sich auch hier in Asien langsam aufzulösen. Die letzte Woche hat es täglich geregnet, oft den ganzen Tag. Nachdem ich mich mit einem Regenschirm ausgestattet habe, war das Problem auch gelöst. Für mich persönlich war der Regen voll in Ordnung, da ich mich ohnedies auf das Schreiben meines Kursprogramms konzentriert habe und somit weniger verleitet war in die Berge zu marschieren oder andere Aktivitäten zu suchen. Der Regen hat immer schon eine starke inspirierende Kraft auf mich ausgeübt. Was besonders schön ist, sind die Momente, wenn der Regen aufhört, die Sonne durchbricht und das ganze Land in neuer Frische und Reinheit erscheint. Alles scheint durch den Regen neues Leben eingehaucht zu bekommen.

Eine riesige israelische und jüdisch Kommune

Selbst die Locals wissen nicht so genau, warum es so viele Israeli hierher verschlägt, aber Fakt ist, dass sieben von zehn Touristen aus Israel sind. Es gibt sogar Organisationen „Hoffnung für Juden“, was auch immer diese macht. Sehr interessant ist, dass in Israel sowohl Männer als auch Frauen dem Staat dienen müssen. Männer zwingend drei Jahre und Frauen zwei Jahre. Die lange Zeit die sie dienen müssen, erklärt natürlich, warum sie danach auf Reisen gehen um etwas Abstand zu diesem Zwang im eigenen Land zu bekommen. Ich habe mit einigen Männern gesprochen die tatsächlich an der Front waren. Es ist ja kein Geheimnis, dass Israel Tag für Tag Krieg führt, auch wenn sie gerne die weiße Saubermannimage haben würden, sind sie alles andere als heilig, was Kriegsführung angehet. Krass ist für mich nur, dass junge Männer einberufen und ausgebildet werde, um danach in den Krieg geschickt zu werden. Das als Start in sein erwachsenes Leben zu erleben ist auch nicht der beste Start den man sich vorstellen kann.

Hierher würde ich jederzeit wiederkommen. Der Mix aus speziellen Menschen, der grünen Natur, den Wandermöglichkeiten und der möglichen Abgeschiedenheit, haben mir sehr gut gefallen. Nebenbei gibt es einige super leckere Restaurants zu besuchen, die indisches oder israelische Spezialitäten vom feinsten auf den Tisch zaubern. Am meisten hat mich dabei überrascht, dass man in dieser Region wirklich gute Kuchen backt. Mmmhhhh – Gedanken an das „Bhanofi Pie“ lässt mir jetzt noch den Speichel im Mund zusammenlaufen.

Neben den schönen Begegnungen mit Menschen und der Natur die ich hatte, habe ich auch große Teile meines Mindfulness Kursprogramms fertiggebracht. Dieser Teil Indiens unterscheidet sich dramatisch von den anderen Teilen die ich erlebt habe. Man merkt, dass die Abgeschiedenheit einen großen Einfluss auf die Kultur und die Menschen hat. Trotzdem viel chaotischer als Europa, ist dieser Teil Indiens doch viel ruhiger und beschaulicher als andere Orte. Für mich hat sich speziell Dharamkot und dessen Bewohner als super freundlich und offenherzig präsentiert. Natürlich gibt es die Businessleute, die alleine am Geld interessiert sind auch hier, jedoch findet man hier auch Menschen die in absoluter Verbundenheit mit der Natur leben. Menschen die geerdet und vollkommen genügsam und im Einklang mit der Natur und dessen Gaben leben und zu jeder Tages und Nacht Zeit offen Herzens ein NAMASTE auf den Lippen haben.

Autor: Michael

Ein unbelehrbarer Träumer und Idealist, der die Welt verändern und dabei auch noch Spaß haben will. Spät aber doch folgt er seinem Traum zu reisen. Als Trainer, Coach und Author teilt er seine Philosophie, wie Mensch sein innerstes Wesen erkennt und lebt. Sein Motto: Lebe DEINE beste Version.

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